FLORIDA
The Sunshine - State

Die Fahne des Staates Florida |

Das Siegel des Staates Florida |
Vorgelegt von:
Ralf König
Peter-Köhle-Straße 35
73433
Aalen-Wasseralfingen
1. Die Fakten über Staat und Gesellschaft
2. Geschichtliche Entwicklungen Floridas
2.1 Vorgeschichte
2.2 Übergangsphase zum Beitritt
2.3 Florida wird 27. Bundesstaat der USA
3. Besonderheiten Floridas
3.1 Die Natur Floridas
3.2 Walt Disney World
3.3 Miami gefährliche Metropole
3.4 Raumfahrt im Sunshine State
3.5 Die Keys
4. Quellen
1.
Die Fakten über Staat und Gesellschaft
Im Jahre 1845 ist Florida den Vereinigten Staaten von Amerika
beigetreten, und damit zum südöstlichsten Bundesstaat der USA geworden. Florida besteht
eigentlich aus zwei Teilen: Der Halbinsel Florida, und dem sogenannten Panhandle (dt.
Pfannenstil), einem schmalen Streifen der Golfküstenebene im Nordwesten. Die Hauptstadt
dieses Bundesstaates ist Tallahassee im Norden Floridas, am östlichen Rand des Panhandle
gelegen. Ein Gouverneur steht an der Spitze des Staates, unterstützt von einem Kongreß
nach Bundesvorbild. Er besteht aus einem Senat mit 40 Mitgliedern, und einem
Repräsentantenhaus mit 120 Mitgliedern.
Bei inneren Unruhen kann der Gouverneur Einheiten der Nationalgarde anfordern, um die
Staatspolizei zu unterstützen. In den letzten Jahrzehnten mußte von dieser Möglichkeit
auch mehrfach Gebrauch gemacht werden, da Rassenunruhen, vor allem in Los Angeles, auf den
Sunshine State übergriffen.
Die Befugnisse in einem US-Staat gehen wesentlich weiter, als das in deutschen
Bundesstaaten der Fall ist. Angesichts der Größe des Landes ist das auch verständlich.
Das Staatsgebiet Floridas umfaßt 152.000 km2 (im Vergleich Deutschland:
357.000 km2). Etwa 13 Millionen Einwohner bevölkern das Land, in der
Bundesrepublik Deutschland sind es hingegen etwa 80 Millionen.
So ist der Staat Florida für Straßenverkehr (Höchstgeschwindigkeitsregelungen,
Gurtproblematik, Promillegrenze oder Behindertenparkplätze) zuständig, aber auch für
den Ausschank alkoholischer Getränke, Wahlrecht oder Schulgesetze.
Seit 1885 hat Florida eine eigene Verfassung.
2 Senatoren und 15 Abgeordnete für das Repräsentantenhaus vertreten den Staat in
Washington.
Der Staat ist in 67 Verwaltungsbezirke aufgeteilt, sogenannte Counties.
Indianergebiete, die Indian Reservations, verwalten sich selbst und sind von
Steuerabgaben befreit.
Viele Zeitgenossen betrachten den Sunshine State als Musterbeispiel einer
multikulturellen Gesellschaft. Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener
Hautfarbe und aus allen möglichen Kulturen und Religionen leben hier zusammen und machen
die Bevölkerung aus. Dies wirkt sich auch auf das Verhalten der Menschen aus. Man kann
keine Kategorisierung feststellen, ob Einwohner Floridas nun besonders freundlich oder
besonders unfreundlich sind. "Laßt uns in Frieden", rufen die einen, während
die anderen eher ein freundliches "Come on down" (hereinspaziert) hören lassen.
Dies hängt vor allem mit der europäischen Besiedelung zusammen, und der damit
verbundenen Vermischung zwischen unterschiedlichsten Kulturen.
Eine Besonderheit in der Bevölkerungsstruktur Floridas ist, daß besonders viele
ältere Menschen dort leben. Dies hängt damit zusammen, daß der "Sunshine
State" als Altersruhesitz sehr beliebt ist. Auch im Winter ist es dort immer schön
warm, daher ziehen viele Rentner im Alter in den Süden der USA und siedeln sich in
Florida an.
2. Geschichtliche Entwicklungen Floridas
2.1 Vorgeschichte
Der erste Europäer, der seinen Fuß auf die Halbinsel Florida setzte, war Juan Ponce
de León, ein spanischer Eroberer. Er landete an der Ostküste des Staates im Jahre 1513,
und verlieh dem Land seinen heutigen Namen. "Pascua Florida" bedeutet im
spanischen österliches Blumenfest, und da er in der Osterwoche dort landete, nannte er
das Land "La Florida".
Kurzfristig besetzten die Franzosen das Land, wurden aber alsbald wieder von den
Spaniern vertrieben. Daraufhin wurde die erste Siedlung in Florida errichtet. 1565
entstand das heutige St. Augustine und wurde von den Spaniern besiedelt.
Die Briten übernahmen Florida im Jahre 1763 im Austausch für Havanna. Während dem
amerikanischen Unabhängigkeitskrieg blieb Florida loyal gegenüber den Briten. 1783 ging
das Land sogar wieder an Spanien, die dafür die Bahamas und Gibraltar an Großbritannien
zurückgaben.
1817/1818 kam es zum ersten Seminolen-Krieg, in dem die Weiße Bevölkerung einen Krieg
mit den Indianern führte, weil diese entflohenen Sklaven Zuflucht gewährten. General
Andrew Jackson drang auf eigentlich spanisches Gebiet vor und zerstörte indianische
Dörfer, beschlagnahmte Vorräte, Vieh und Pferde. Die meisten Indianer wurden entweder
getötet oder gefangengenommen.
2.2 Übergangsphase zum Beitritt
Dabei wandte sich Jackson auch gegen die Spanier, um das Land für die USA zu gewinnen.
1821 trat Spanien nach zweijährigen Verhandlungen Florida für 5 Millionen
Dollar an die USA ab. Andrew Jackson wurde erster Gouverneur der Territorien Ost- und
Westflorida. Ab 1822 gab es erstmals eine offizielle Regierung, Florida war allerdings
noch nicht als Bundesstaat integriert.
Ab 1830 boomte das Land, innerhalb von zehn Jahren verdoppelte sich die Bevölkerung
von 15.000 Einwohner auf 34.000.
Im Jahre 1835 entbrannte der zweite Seminolen-Krieg, als Mayor Dade mit 2 Kompanien in
den Hinterhalt einer Gruppe weit unterlegener Indianer geriet. Die Seminolen führten
einen erbitterten Guerillakrieg. Der berühmte Osceola Nickanochee war der Anführer der
Seminolen. Er wurde 1837 gefangengenommen, als er zu Friedensverhandlungen erschien. Ein
Jahr später starb er in Gefangenschaft. Der Krieg dauerte offiziell noch bis 1842, dann
erklärten die USA den Krieg für beendet, weil sie erkannten, daß ein Sieg nicht
möglich sein würde. Fast 4000 Indianer wurden nach Arkansas deportiert. Nur 300 blieben
in den Sümpfen der Everglades zurück.
2.3 Florida wird 27. Bundesstaat der USA
1838 wurde die erste Verfassung Floridas in St. Joseph entworfen.
1845 wurde Florida der 27. Bundesstaat der USA.
1855 kam es zum dritten Krieg gegen die Seminolen, wieder ein Guerillakrieg. 1858
stimmten die erschöpften Indianer unter Billy Bowlegs der Deportation zu. Weitere 120
Indianer mußten ihre Heimat verlassen, anderen gelang es, sich in den Sümpfen zu
verstecken.
1860 wurde die erste Eisenbahnlinie gebaut, die die Ostküste mit der Westküste
verband. Im darauffolgenden Sezessionskrieg stand Florida auf der Seite der
Konföderierten. Bis 1876 wurde Florida von einer Militärregierung verwaltet. Dann
gewannen demokratische Kräfte wieder die Oberhand.
Henry B. Plant und Henry M. Flagler lösten einen Eisenbahnboom aus. 1904 bis 1912
baute Flagler eine Eisenbahnbrücke, die die Keys mit dem Festland verband. Ab 1920
erreichte der Staat eine Million Einwohner.
Im Jahre 1926 tobte ein Hurrikan über Florida, der 240 Menschenleben kostete.
1961 wurde der erste bemannte Raumflug der USA von Florida, Cape Canaveral aus
gestartet. Der Kommandant des Raumschiffs war Alan B. Shepherd. 1962 umkreiste
schließlich John Glenn die Erde dreimal mit einer Mercury-Kapsel. 1966 landete erstmals
ein unbemanntes Raumschiff auf dem Mond, 1969 schließlich betrat Neil Armstrong den Mond.
Im Jahre 1980 mußte die Nationalgarde eingreifen, als in Los Angeles ein Farbiger
Amerikaner getötet wurde und in Folge des Mordes schwere Rassenunruhen in Kalifornien
aufflammten, die sich bis nach Florida fortsetzten. In Miami kam es zu Morden und
Bandenkriegen.
Im selben Jahr kamen 140.000 Flüchtlinge aus Kuba nach Florida.
1992 verwüstete der Hurrikan Andrew Südflorida und machte 250.000 Menschen obdachlos.
Dies sind nur einige Auszüge aus der bewegten Geschichte Floridas. Aber sie zeigen
zwei Dinge:
Zum einen muß Florida mit seiner Vergangenheit bezüglich der Vertreibung der Indianer
leben. Auch heute leben noch Indianer in Florida, die in Reservaten wohnen. Die Indianer
von heute haben wieder Selbstvertrauen, und sind auf dem besten Weg, zu einer neuen Art
von Kultur zu finden. Aber sicher werden sie die Vergangenheit nicht einfach vergessen.
Außerdem sind Naturkatastrophen in Florida Teil der Geschichte. Mehrere Hurrikane
haben das Land schon verwüstet, und man rechnet immer noch damit, daß es in Bälde einen
Jahrhunderthurrikan geben wird.
3.
Besonderheiten Floridas
3.1 Die Natur Floridas
Die höchste natürliche Erhebung des Landes ist 105 Meter hoch und liegt im Norden, im
Walton County. Florida gilt als sehr flaches Land und wird gerade deshalb oft als monoton
beschrieben.
Der Panhandle bildet den Nordwesten Floridas. Er stellt eine flache Plateaulandschaft,
zum Teil auch ein welliges Hügelland dar, das durch zahlreiche Flüsse zergliedert ist.
Central Florida hingegen ist überwiegend flach. Seen, Erosionstrichter und Wasserläufe
lockern die Szenerie etwas auf. An den Rändern Zentralfloridas finden sich Hügelketten,
die vermutlich die Überreste alter Strandlinien sind.
Eine Besonderheit sind die Everglades. Ausgedehnte Sumpfgebiete und Grasländer bilden
diese auffällige Landschaft in Südflorida, die leider immer kleiner wird. Nach Süden
hin geht das Sumpfgebiet in eine Marschen- und Wattenzone über, die einem Irrgarten aus
Tausenden von Mangroveninseln gleicht. Seit 1880 hat man sich mit Plänen beschäftigt,
die Sümpfe trockenzulegen. Damit hat man allerdings irreparable Schäden in diesem
Natursystem angerichtet. Was noch übrig ist, gilt heute als Naturschutzgebiet.
Auch Höhlen sind eine Besonderheit im Sunshine State. Kalksteinkomplexe, die über das
Grundwasserniveau aufragen, enthalten trockengefallene Höhlen, in denen sich Tropfsteine
gebildet haben. Besonders Eindrucksvoll sind hier die Florida Caverns bei Marianna in
Nordflorida.
3.2 Walt Disney World
Dieser Wirklichkeit gewordene Traum von einem künstlichen Land liegt in den Counties
Orange und Osceola, südlich von Orlando. Es besteht eigentlich aus drei Teilen, dem Magic
Kongdom, dem EPCOT Center und den Disney/ MGM Studios.
Riesige Parkplätze liegen davor, und lassen erahnen, wieviele Menschen an einem Tag in
diesem Vergnügungspark zu finden sind. An Spitzentagen drängen sich bis zu 150.000
Menschen in diesem Park, im Jahr begeben sich 23 Millionen Menschen nach Disney World.
Am 1. Oktober 1971 eröffnete Walt Disney World und leitete neue Zeiten für Florida
ein. Nicht mehr nur Erholung und Ruhe suchende Urlauber besuchten den Sunshine State, die
Region entwickelte sich zu einem riesigen Rummelplatz. Seit 1955 existierte bereits in
Anaheim in Kalifornien ein solcher Park, aber dieser reichte noch nicht, um Walt Disneys
Vorstellung einer perfekten Ferienlandschaft zu verwirklichen. Ab 1964 begann man daher,
11.000 Hektar ehemaliges Sumpf- und Buschland aufzukaufen. Die Bevölkerung erfuhr erst
später, daß die Walt Disney Company dahintersteckte. Danach schossen die
Grundstückspreise nach oben.
Disney überzeugte die Politiker sogar, seinem Besitz den Status eines
selbstverwalteten Regierungsbezirks zu verleihen, bis heute einzigartig in den USA. So hat
der Reedy Creek Improvement District bis heute sein eigenes Management, eine
Steuerbehörde, Telefongesellschaft, vier Radiofrequenzen, Bauaufsicht, Feuerwehr und
Sicherheitsdienst.
Walt Disney selbst erlebte die Fertigstellung seines Traumes allerdings nicht mehr, er
starb 1966.
1971 war die erste Bauphase abgeschlossen. Das Magic Kingdom, eine Kopie des
kalifornischen Disneyland, eröffnete auf einem ca. 40 Hektar großen Gelände.
Elf Jahre später war die Vision einer Stadt der Zukunft Wirklichkeit geworden. EPCOT
Center mit Future World und World Showcase eröffnete seine Pforten. 1989 schließlich
eröffneten die Disney/ MGM Studios, und selbst heute wird immer noch weitergebaut, und
diese künstliche Welt mehr und mehr vergrößert, immer wieder um neue Attraktionen
erweitert.
Auch das Bedürfnis nach Übernachtung wurde nicht vergessen. Disney World wird vom
"Vacation Kingdom" umgeben, einer Landschaft aus Hotels, Campingplätzen und
Ferienzentren. Etwa 12.000 Hotelzimmer stehen heute zur Verfügung, ergänzt durch
Einkaufszentren, Unterhaltungs- und Vergnügungszentren, Erlebnisbädern und sogar
mehreren Tennis- und Golfplätzen.
Zwischen 36.000 und 56.000 Menschen arbeiten in dieser Vergnügungsmaschine, genauere
Angaben sind nicht zu bekommen. Damit ist Disney World der größte private Arbeitgeber in
Florida und der größte Steuerzahler. Doch wieviel Umsatz erzielt wird, gilt als
Firmengeheimnis, genau wie jegliches Geschehen hinter den Kulissen dieser künstlichen
Welt.
Die verkleideten Disney-Figuren gelangen durch ein gigantischen Unterirdisches
Labyrinth an ihre Arbeitsplätze. Dort treten sie dann für eine Viertelstunde in das
gleißende Sonnenlicht des Sunshine State, und winken den Besuchern zu. Essen, trinken,
rauchen, anlehnen sind in dieser Zeit nicht erlaubt, dafür schwitzen die Mitarbeiter in
den Synthetikpelzen. Dann dürfen sie wieder in den kühlen Katakomben verschwinden und
etwas verschnaufen.
Mitarbeiter dieser Firma werden an der Disney University ausgebildet, wo sie in das
Geheimnis, Menschen zu unterhalten, eingeweiht werden. 40 Seiten im Heftchen "The
Disney Look" beschreiben, wie der perfekte Mitarbeiter sich kleiden und zurechtmachen
soll, im "Employee Policy Manual" sind die 14 Gründe aufgeführt, die zur
Kündigung führen können, zum Beispiel schlafen im Dienst oder Unaufrichtigkeit in
irgendeiner Form.
Bezahlt werden die Berufsanfänger mit 5,95 Dollar in der Stunde und das ist noch nicht
einmal der schlechteste Tarif, der im Urlaubsparadies gezahlt wird.
3.3 Miami gefährliche Metropole
Im Verwaltungsbezirk Dade County gelegen, erreicht Miami immerhin eine maximale Höhe
von 8 Metern über dem Meeresspiegel. In seiner Kernstadt leben heute 386.000 Menschen, im
Metropolitan Area sogar um die 2 Millionen.
Die Stadt lebt heute hauptsächlich vom Tourismus, im Jahr zählt man hier über 7
Millionen Touristen. Mehr als 600 größere Hotels und Motels, mehrere tausend Restaurants
und Cafés sowie vier Dutzend ausländische Konsulate unterstreichen diese besondere
Stellung noch.
Durch eine Änderung der Bankgesetze und dem damit verbundenen Zustrom von Kapital aus
Lateinamerika und Saudi-Arabien entwickelte sich die Metropole außerdem zu einem
international sehr wichtigen Banken- und Finanzplatz. Der tertiäre Sektor Handel und
Dienstleistungen nimmt damit eine herausragende Stellung im Leben in der Stadt ein. Als
Arbeitgeber folgt das produzierende Gewerbe erst an dritter Stelle.
Heute ist Miami nicht nur eine sehr schöne Urlaubsstadt, sondern auch ein sehr
gefährlicher Ort. 300 Mordopfer im Jahr machen die Stadt für viele Menschen zum
Alptraum. Dabei sind gerade viele Touristen Ziel von Anschlägen. Bis vor einigen Jahren
waren Mietfahrzeuge noch deutlich gekennzeichnet, Mieter dieser Autos daher oft das Ziel
von Angriffen mit anderen Autos. Man drängte den Mietwagen einfach von der Straße,
erschoß die Insassen und beraubte sie ihrer Habseligkeiten.
Heute sind Mietfahrzeuge allerdings nicht mehr gekennzeichnet und das hat das Leben der
Touristen in Miami wesentlich sicherer gemacht. Trotzdem sterben immer noch 300 Menschen
im Jahr auf den Straßen der Stadt. Allerdings ist die Sterberate im Sinken begriffen.
Mitte der achtziger Jahre waren es noch über 400 Morde im Jahr.
Ursache dafür ist, daß Miami ein sozialer Brennpunkt ist, in dem viele Schwarze und
Flüchtlinge aus Kuba nebeneinander leben müssen. Dazu kommt, daß Arbeitslosigkeit in
Miami oft ein Problem ist, was dazu führt, daß viele Menschen ihre Probleme auf der
Straße, bei Überfällen oder eben durch Kriminalität bekämpfen.
3.4 Raumfahrt im Sunshine State
In Florida befindet sich Cape Canaveral, das bereits seit 1953 Versuche mit Raketen
angestellt hat. Ein Deutscher ist die treibende Kraft hinter der Raumfahrtgeschichte der
USA gewesen: Wernher von Braun, der im zweiten Weltkrieg noch V2 Raketen für
Nazideutschland entwickelt hatte, baute nach dem zweiten Weltkrieg die ersten
funktionierenden Raketen für die USA.
Entscheidende Punkte in der Eroberung des Raumes waren der Start des ersten bemannten
Raumfluges in den USA, mit Alan Shepherd als Astronaut, der im Jahre 1961 stattfand.
Außerdem sehr wichtig war die Landung auf dem Mond mit Neil Armstrong, die 1969
stattfand.
Aber auch aus deutscher Sicht war Cape Canaveral sehr wichtig: Im Jahre 1983 startete
als erster Westdeutscher Astronaut Ulf Merbold mit dem Skylab von diesem Weltraumbahnhof.
Allerdings ist das Kennedy Space Center auch untrennbar mit der Challanger-Katastrophe
von 1986 verbunden, als sieben Astronauten bei einer Explosion der Raumfähre den Tod
fanden, immer noch eine der größten Katastrophen in der Geschichte der bemannten
Raumfahrt.
Im Augenblick allerdings ist es eher ruhig geworden um die amerikanische Raumfahrt.
Missionen ins All sind heute eher Routine und finden im erdnahen Orbit statt. Andere
Himmelskörper werden im Moment nicht besucht. Zuletzt kam das Kennedy Space Center in
diesem Jahr in die Schlagzeilen, als der zweite Teil der International Space Station ins
All geschossen wurde und sich dort mit dem ersten Teil, den die Russen ins All gebracht
hatten, vereinigte.
3.5 Die Keys
Oder auch das Ende Amerikas, wie man sie hin und wieder nennt. Ein Labyrinth
ungezählter, weit verstreuter Koralleninseln. Ideales Versteck von Menschen- und
Drogenschmugglern. Außerdem ein Segelrevier der besonderen Art.
Hier gehen die gemäßigten Vereinigten Staaten über in die Tropen und man merkt das
den Menschen auch an. Im Norden sind sie viel fleißiger, sprechen auch englisch. Auf den
Keys kann man mehr Menschen kreolisch reden hören. Religion weicht der Naturmagie und
geregelte Arbeit dem Spiel und der Kriminalität.
Hummer-, Krebs- und Krabbenfischer sind hier noch am ehesten wirklich zu Hause, aber
auch Frachtskipper, Angelguides und Charter Kapitäne, oder auch Männer vom Zoll. Hier
leben viele Menschen, die sich am Wasser wohl fühlen, oder sie leben auch von dem Wasser,
von dem, was das Meer ihnen gibt.
1936 wurde die schon angesprochene Bahnlinie in eine Straße umgewandelt, die die Keys
mit dem Festland verbindet. Heute ersetzt die Seven-Mile Bridge diese Straße und
ermöglicht das Erreichen des südlichsten Endes der Vereinigten Straßen, die Hauptstadt
der Keys, in der auch Ernest Hemingway lebte. Von Key West aus brach Hemingway zu seinen
berühmten Angeltouren auf, um den nicht weniger berühmten Marlin, einen großen
Schwertfisch, zu fangen. Wer Florida besucht, sollte diese Inselgruppe auf jeden Fall
nicht auslassen.
Florida ist ein wunderbares Urlaubsland, das aber auch für die Wirtschaft einiges zu
bieten hat. Es gilt heute als Tor nach Süd- und Mittelamerika.
Eine besondere Musikrichtung wurde in Florida nicht erfunden und unter den berühmten
Persönlichkeiten Floridas findet sich durchaus eine Reihe von Schriftstellern, aber keine
Musiker. Viele dieser berühmten Leute stammen allerdings nicht aus Florida, sondern sind
zugezogen, wie zum Beispiel Neil Armstrong oder Ernest Hemingway, oder auch John D.
Rockefeller und sein Partner Henry M. Flagler, die als Begründer der Standard Oil Company
zu reichen Männern wurden.
Die Musik, die man heute hört, unterscheidet sich nicht von der in anderen Teilen der
Vereinigten Staaten. Das einzige, was an Kunst sonst noch erwähnenswert ist, ist die Art
Deco Architektur Miamis, aber auch die Patchwork- und Webarbeiten der
Miccosukkee-Indianer. Ansonsten ist Florida durchaus ein reiches Land, in dem sich ein
Urlaub jederzeit lohnt.
4. Quellen
1. GEO Special: Florida Nr. 1 vom Februar 1997, Gruner + Jahr AG & Co.
2. Baedekers Allianz Reiseführer Florida, Verlag Karl Baedeker GmbH, Ostfildern 4,
1. Auflage 1993.